Hallo ihr Lieben, ich bin seit 11 Monaten im Ref in NRW und momentan krank geschrieben, weil ich einfach nicht mehr kann. Mein ganzer Körper blockiert, ich bekomme Panikattacken, wenn ich in die Schule fahre und an Unterrichtsvorbereitung ist garnicht dran zu denken. Ich bekomme momentan noch nicht mal die einfachsten Sachen im Haushalt hin. Wir sind auch vor 2 Monaten umgezogen und ich habe nochmal die Ausbildungsschule gewechselt, das ist jetzt schon meine 3. Schule innehalb des Refs. Das ist mir gerade alles viel zu viel.
Vielleicht mal chronologisch:
Ich hab mein Ref gestartet, bin in eine sehr große Schule gekommen, hatte 2 Mentor*innen, einen für Englisch und eine für D/M. Hab dann nach 3 Monaten Hospi meine BdUs angefangen, was erst einmal ziemlich überwältigend war. Zuerst einmal kam es wohl nicht gut an, dass ich 3 Monate nur hospitiert habe, obwohl es so in unserem Ausbildungsplan stand. Die Mentoren haben sich glaub ich mehr Einsatz von mir gewünscht, aber ich dachte mir, dass ich meine Kräfte spare, da ich ja schon gehört habe, dass das Ref hart sein würde. Als ich dann die BdUs machen sollte, habe ich sehr wenig nach Hilfe gefragt und auch die Absprachen zwischen meinen Mentoren und mir war sehr mangelhaft, also sie wusste nie, was ich in der nächsten Std machen würde, weil ich es einfach nicht hinbekommen habe, frühzeitig zu planen und ich hab immer alles am Abend vorher gemacht. So konnten sie mir zwar Rückmeldung geben, aber wäre natürlich im Vorhinein schon besser gewesen nach Hilfe zu fragen. Die Rückmeldungen waren dann immer sehr viel inhaltlich und es war so viel Kritik, dass ich garnicht alles behalten konnte. Also am Anfang habe ich auch nie mitgeschrieben, weil ich präsent sein wollte und 100% zuhören wollte, da mir zuhören eh schon sehr schwer fällt und ich dann auf einmal total abschweife gedanklich. Ganz zu schweigen vom Behalten: Mir wurde dann auch gesagt, dass ich gefühlt nur 1/3 von dem, was mir gesagt wird, mitnehme/behalte und davon auch nur ganz wenig umsetze im Unterricht. Meine ersten UBs waren dann auch zweimal 5. Wir hatten Krisengespräche geführt zusammen mit dem ZfsL Leiter und die haben mich da erst einmal richtig zurecht gestutzt, dass wenn ich noch 1x zu spät komme, sie direkt dem Leiter des ZfsLs Bescheid geben und wenn ich dann mehrmals zu spät komme, auch direkt das Schulamt informiert werden wird etc... also ich kam auch öfters mal zu spät, aber nur bis zum ersten Perspektivgespräch, denn danach war ich (fast) immer 10 min vor Unterrichtsbeginn im Lehrerzimmer. Das haben meine Mentoren aber anscheinend nicht mitbekommen, weil ja dann wieder die Beschwerde kam, dass ich immernoch zu spät kommen würde und meine Kopien ja erst vor dem Unterricht machen würde. etc... seitdem hab ich immer ein selfie vor dem Schulgebäude gemacht, damit ich Beweise habe, dass ich nicht zu spät bin. Und ich musste immer kurz an der Klasse einer meiner Mentoren vorbei gehen und mich da sozusagen "anmelden", dass ich da bin. Danach hat es endlich aufgehört mit diesen Anschuldigungen. Dann kam dazu, dass sie sich mehr Fragen meinerseits gewünscht haben und es für sie so rüberkam, als hätte ich garkein Interesse am Lehrersein
(also ehrlich gesagt hab ich das auch nie so wirklich gehabt, ich habs halt studiert, weil ich nicht wusste, was ich sonst studieren sollte. Ich wollte halt immer Innenarchitektur studieren oder Literatur (was ich dann im Master auch noch gemacht habe), aber meine Eltern meinten, dass das nicht systemrelevant ist, und ich doch lieber einen sicheren Job wie Lehrer machen soll). Hab mir das dann schön geredet, indem ich immer gesagt habe, dass ich Pädagogik und sowas ja auch sicherlich nutzen kann, um später meine eigenen Kinder gut zu erziehen und ich dann eh Hausfrau werde (haha, ja, das ist leider ziemlich realitätsfern für die heutige Zeit...)
aber ich hab wirklich mein Bestes versucht, da ich zu der Zeit ja schon Mutter von damals 1-Jährigen Zwillingen gewesen bin und ich jetzt auch nix mehr anderes machen kann und Grundschullehrerin sein ja auch ziemlich familienfreundliche Arbeitszeiten hat im Gegensatz zur freien Wirtschaft und man auch gut Geld verdient, aber dafür halt Sklave des Systems ist.
Gut, aber schlussendlich habe ich dann diese Schule gewechselt, da der Leiter des ZfsLs für jede Kleinscheiße einen Anruf oder eine Mail von der Schulleitung meiner Ausbildungsschule bekommen hat und die mich dann auch ignoriert haben. Also Mentoren und Schulleitung haben mir noch nicht mal mehr Hallo gesagt und mir auch die Beratung untersagt, weil immer wenn ich was gefragt habe, meinten sie nur noch "dass ich das ja selbst wissen müsste". Dann bin ich 8 Wochen vor den Sommerferien in eine andere Schule gekommen die mich super freundlich und offen aufgenommen haben. Dort hatte ich nur in 2 Parallelklassen unterricht und auch nur in Deutsch und Englisch. So konnte ich immer den gleichen Unterricht machen für beide Klassen, was mir natürlich viel Arbeit erspart hat. Ich bin da richtig aufgeblüht und es hat mir Spaß gemacht mit den Kindern zu arbeiten. Dort hatte ich dann nochmal einen UB und meine Seminarleitung meinte auch, dass sie sieht, wie sehr ich aufgeblüht bin und dass sie auch sehen kann, wie wichtig für mich die richtige Umgebung ist etc... von ihr hab ich ne 4 als Note bekommen in der Langzeitbeurteilung. Immerhin ne 4, sonst hab ich in allen anderen UBs bis jetzt ne 5 gehabt.
Die Schule war wirklich top, meine Mentorin (ich hatte nur eine und das war auch mega, weil ich dann nicht von verschiedenen Quellen mit Infos und Tipps überschwemmt wurde) hatte mir auch angeraten mich mal auf ADHS testen zu lassen und auch ein paar andere Kolleg*innen ADHS hätten und mit Medikamenten gut zurecht kämen und hat mir auch eine Adresse für ein Coaching gegeben, was ich aber leider verlegt habe... ich überlege aber, ob ich zu nem Coaching mal gehen soll?
Naja, dann kamen die Sommeferien und ich musste Goodbye sagen zu der Schule (hab da dann als Note eine 3 und eine 4 bekommen von der Schule aus- JUHU!, das ist für mich schon wie ne 1 gefühlt *heul*), da ich Ende der Sommerferien umgezogen bin in eine neue Stadt mit neuem ZfsL, neue Schule, neues Zuhause, neue Kita für unsere Zwillinge... alles neu PLUS Umzugsstress.
Nach den Sommerferien in der neuen Schule habe ich das alles einfach nicht mehr gepackt...
Mein Mann hat zuhause Stress gemacht, weil er gerne alle Kartons ausgepackt haben wollte und natürlich der Abwasch und sonstiges wie Staubsaugen und Putzen auch gemacht werden sollte (wir machen das zusammen, aber er hat sich gefühlt, als müsse er alles alleine machen, was auch gestimmt hat, weil ich komplett mit allem überfordert war und bin). Dann bin ich auch direkt krank geworden. In der 2. Woche nach den Sommerferien erst einmal für 2 Tage Migräne, dann die restliche Woche wegen Grippe zuhause. Dann war ich eine Woche oder 2 (ich habs vergessen) wieder gesund, aber sowas von übeerfordert (ich habe teilweise bis 4 Uhr morgens den Unterricht vorbereitet, weil ich nun mit 3 Mentorinnen arbeite und alle natürlich Tipps haben, wie ich den Unterricht gestalten und verbessern soll, aber das kann ich alles garnicht bewältigen und mein Gehirn hat einfach komplett blockiert). Bin nach der Woche dann auch WIEDER krank geworden und bin zum Arzt gegangen und hab mich 2 Wochen krank schreiben lassen bis zu den Herbstferien jetzt. Nebenbei läuft noch ne ADHS Diagnose, von der ich mir endlich Gewissheit und folglich durch Medikamente auch eine Erleichterung im Alltag erhoffe.
Für mich ist es aber sehr fraglich, ob ich nach den Herbstferien wieder leistungsfähig bin... ich hatte vor meiner Krankschreibung einfach ne Panikattacke im Auto, als ich zur Schule gefahren bin, und auch jetzt wird mir ganz übel, wenn ich an Unterrichtsvorbereitungen denke. Und es macht es auch nicht besser, dass ich nach den Herbstferien sofort loslegen muss mit einem UB nach dem anderen. Alle 3 Wochen, da ich durch die vielen Schulwechsel und meiner ständigen Überforderung nur wenige UBs geschafft habe. Zudem war ich auch oft krank, ich glaub ich darf jetzt eigentlich auch garnicht mehr krank sein, sonst ist das über die 6 Wochen Grenze...
Ach man, ich bin echt am Ende und weiß nicht mehr weiter. Meine eine Mentorin in der neuen Schule weiß auch Bescheid über das alles und sie meinte auch, dass ich mir wirklich Gedanken machen sollte, ob der Beruf der richtige für mich sei und dass ich, sogar wenn ich nur 17 Std wie sie habe, trotzdem bis Nachmittags in der Schule ist um Orgasachen zu machen, Konferenzen oder sonstige Meetings zu besuchen, Elterngespräche zu führen oder halt den Unterricht vorzubereiten.
Sie meint, dass es genauso viel (halt andere, aber auch so viel) Arbeit ist, wie im Ref. Und dass ich mir auch darum Gedanken machen solle, ob ich nächstes Jahr wirklich bereit wäre, eine 1. Klasse zu übernehmen, wo die Eltern mir ihre Kinder anvertrauen... wenn ich ehrlich bin, fühle ich mich dazu überhaupt nicht bereit. Und wenn es so viel Aufwand wie im Ref ist, dann werde ich wohl die jüngste Frührentnerin 👀 ... HELP :(