Guten Tag zusammen, hoffe solche Fragen sind im Sub auch erlaubt.
Ich versuche mich kurz zu halten:
Aktuell stehe ich vor einer wahnsinnig großen Entscheidung. Ein Freund der Familie besitzt ein Dachdecker-Unternehmen (<10 MA, ca 1Mio€ Jahresumsatz), welches er aufgrund des Alters nun weiter geben möchte. Da er in der Familie niemanden hat, der das machen kann/will, sucht er einen Nachfolger. Durch die Freundschaft meines Stiefvaters zu ihm, bin ich nun derjenige welche, der wohl in seine Fußstapfen treten darf.
Ich selbst bin Finanzkaufmann, arbeite in einer Führungsrolle im Nicht-Lebensmittel-Einzelhandel (Verwantwortung für 20 Mitarbeiter) und war auch bereits 3 Jahre in der Vergangenheit selbstständig. Betriebswirtschaftlich mache ich mir daher eher weniger Sorgen. Außerdem sehen die Zahlen des Unternehmens soweit ganz gut aus, das ist aber auch hier eher unrelevant.
Was mir mehr Sorgen bereitet: Ich habe absolut keine Ahnung vom Handwerk. Habe zwar keine 2 linken Hände, aber mehr als typische Arbeit im Haus oder Garten, außer eine Woche Bodenbeschichtung inkl Abriss und ein paar Tage Wege pflastern, habe ich in meinem Leben bisher nicht gemacht.
Ich will auf keinen Fall der neue Chef sein, den alle Mitarbeiter als den blöden Vogel ansehen, der keinen Plan hat aber große Reden schwingen kann.
Daher die Frage: Kann ich mir grundsätzlich in 7 Monaten genug Wissen aneignen, um Dachdecker in der Theorie (nicht in der Praxis) sein zu können? Also alle Dachaufbauten/Typen zu kennen, welche Materialien wo benutzt werden, was Fehlerquellen sind, welche Gefahren meine Mitarbeiter sich aussetzen, wie ich in Gesprächen mit Architekten die entsprechende Fachlichkeit präsentiere etc pp.
Klar ist, dass ich mich auf meinen Hosenboden setzen und büffeln muss. Dem bin ich mir bewusst. Dazu ist zu sagen, mein Einstieg in den Einzelhandel war auch Quer und hier habe ich es auch geschafft.
Aufträge zu finden und die Firma zu bewerben, das kenn ich bereits aus meiner Selbstständigkeit. Mitarbeiterführung aus meiner jetzigen Rolle. Bleibt also in erster Linie das Fachliche, was noch große Lücken aufweist.
Zusatzinfo: Er will kein Geld für das Unternehmen haben, glaube davon hat er aus seiner Sicht mehr als genug. Er wird aber zeitgleich auch nichts drin lassen, um anfallende laufende Kosten zu tragen, bis die ersten Rechnungen der Kunden beglichen sind. Also muss ich eine Kfw-Förderung über ca 250-300k€ beantragen, um die ersten Monate zu überstehen. Gibt es hier jemanden mit entsprechender Erfahrung zu dem Thema?
Besten Dank!
Edit, da oft gefragt wurde: Meister ist im Betrieb, aber nicht aktiv tätig.