r/de_diabetes • • 7d ago

Typ-2-Diabetes: Orales Orforglipron kann Basalinsulin ersetzen – News

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aerzteblatt.de
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Leider ist eine Anmeldung nötig, der Lancet Ursprungstext ist unten mit deepl übersetzt:

Chapel Hill/North Carolina – Der orale GLP-1-Agonist Orforglipron hat einen von den Arzneimittelbehörden geforderten kardiovaskulären Sicherheitstest bestanden und den Blutzuckerlangzeitwert HbA1c stärker gesenkt als Insulin-glargin. Als Zusatznutzen trat eine deutliche Gewichtsreduktion auf. Die Ergebnisse der randomisierten Vergleichsstudie wurden auf der Jahrestagung der European Association for the Study of Diabetes (EASD) in Mailand vorgestellt und im Lancet (2026; DOI: 10.1016/S0140-6736(26)01865-901865-9)) publiziert.

Nachdem der Blutzuckersenker Rosiglitazon 2007 in Verdacht geriet, das Risiko von Herzinfarkten zu erhöhen, verfügte die US-Arzneimittelbehörde FDA Ende 2008, dass die Hersteller neue Antidiabetika künftig in Endpunktstudien auf ihre kardiovaskuläre Sicherheit prüfen lassen müssen. SGLT-2-Inhibitoren und GLP-1-Rezeptoragonisten bestanden diesen Test nicht nur.

https://www.thelancet.com/journals/lancet/article/PIIS0140-6736(26)01865-9/abstract01865-9/abstract)

deepl:

Kardiovaskuläre Sicherheit von Orforglipron im Vergleich zu Insulin Glargin bei Erwachsenen mit Typ-2-Diabetes und erhöhtem kardiovaskulären Risiko (ACHIEVE-4): eine ereignisgesteuerte, randomisierte, offene Nichtunterlegenheitsstudie der Phase 3 mit aktivem Vergleichspräparat

Zusammenfassung

Hintergrund

Orforglipron ist ein oraler, nicht-peptidischer GLP-1-Rezeptoragonist. Während bei einigen peptidischen GLP-1-Rezeptoragonisten ein kardiovaskulärer Nutzen nachgewiesen wurde, ist die kardiovaskuläre Sicherheit von nicht-peptidischen GLP-1-Rezeptoragonisten bislang nicht untersucht worden. Ziel dieser Studie war es, die Wirkung von Orforglipron im Vergleich zu Insulin Glargin auf die Inzidenz schwerwiegender kardiovaskulärer Ereignisse bei Personen mit Typ-2-Diabetes und Adipositas oder Übergewicht zu vergleichen, die ein erhöhtes Risiko für kardiovaskuläre Ereignisse aufweisen.

Methoden

Diese ereignisgesteuerte, multizentrische, randomisierte, offene Phase-3-Studie mit aktivem Vergleichspräparat und Parallelgruppen wurde an 317 Standorten in 16 Ländern und Territorien durchgeführt. Erwachsene mit Typ-2-Diabetes und erhöhtem kardiovaskulärem Risiko, deren HbA1c-Werte zwischen 7,0 % und 10,5 % (53–91 mmol/mol) lagen und deren BMI bei 25 kg/m² oder mehr lag, die mit bis zu drei blutzuckersenkenden Medikamenten (Metformin, ein Sulfonylharnstoff und/oder ein SGLT2-Hemmer), wurden im Verhältnis 1:1 randomisiert der Behandlung mit der maximal verträglichen Dosis von oralem Orforglipron (bis zu 36 mg Kapsel [entspricht 17,2 mg Tablette]) oder mit injizierbarem, titriertem Insulin Glargin zugeordnet, die jeweils einmal täglich verabreicht wurden. Alle Teilnehmer wiesen eine etablierte kardiovaskuläre Erkrankung oder chronische Nierenerkrankung auf. Der primäre Endpunkt war die Zeit bis zum Auftreten von vier Komponenten schwerer kardiovaskulärer unerwünschter Ereignisse (MACE-4), darunter kardiovaskulärer Tod, nicht tödlicher Myokardinfarkt, nicht tödlicher Schlaganfall oder Krankenhausaufenthalt wegen instabiler Angina pectoris. Die Nichtunterlegenheit von Orforglipron gegenüber Insulin Glargin wurde festgestellt, wenn die Obergrenze des zweiseitigen 95-%-Konfidenzintervalls für die Hazard Ratio (HR; Orforglipron vs. Insulin Glargin) unter 1,8 lag.

Der primäre Endpunkt und weitere Sicherheitsendpunkte wurden bei allen Teilnehmern ausgewertet, die mindestens eine Dosis der zugewiesenen Behandlung eingenommen hatten, wobei alle Datenpunkte vom Studienbeginn bis zum Studienabbruch oder zum Abschluss der Studie berücksichtigt wurden, unabhängig von der Einhaltung der Behandlung. Diese Studie wurde auf ClinicalTrials.gov (NCT05803421) registriert und ist abgeschlossen.

Ergebnisse

Zwischen dem 1. Mai 2023 und dem 5. September 2024 wurden 2.749 Teilnehmer randomisiert zugewiesen (1.371 zur Orforglipron-Gruppe und 1.378 zur Insulin-Glargin-Gruppe). 1.032 (38 %) der Teilnehmer waren weiblich und 1.717 (62,5 %) männlich. 2.362 (85,9 %) Teilnehmer hatten eine etablierte Herz-Kreislauf-Erkrankung und 1.033 (37,6 %) eine chronische Nierenerkrankung. Das mittlere Alter, der HbA1c-Wert und der BMI zu Studienbeginn betrugen 63,1 Jahre (SD 9,9), 8,2 % (1,0) bzw. 33 kg/m² (6,2). Während einer medianen Nachbeobachtungszeit von 2 Jahren trat das primäre Endpunktereignis bei 57 (4,2 %) der 1.358 Orforglipron-Teilnehmer und bei 67 (5,0 %) der 1.343 Insulin-Glargin-Teilnehmer auf, was eine Nichtunterlegenheit gegenüber Insulin Glargin hinsichtlich MACE-4 zeigte (HR 0,84; 95 % KI 0,59–1,20; p < 0,0001 für Nichtunterlegenheit).

Gastrointestinale unerwünschte Ereignisse wurden bei 851 (62,1 %) der 1.371 Orforglipron-Teilnehmer und bei 193 (14,2 %) der 1.355 Insulin-Glargin-Teilnehmer berichtet; eine klinisch signifikante oder schwere Hypoglykämie (Blutzucker < 3 mmol/l [54 mg/dl]) trat bei 93 (6,8 %) von 1.371 Orforglipron-Teilnehmern und bei 260 (19,2 %) von 1.355 Insulin-Glargin-Teilnehmern auf. Während der Studie wurden 62 Todesfälle gemeldet: 19 (1,4 %) der 1.371 Teilnehmer, die Orforglipron erhielten, und 43 (3,2 %) der 1.355 Teilnehmer, die Insulin Glargin erhielten; alle Todesfälle bis auf einen (in der Insulin-Glargin-Gruppe) wurden als nicht behandlungsbedingt eingestuft.

Auswertung

Bei Patienten mit Typ-2-Diabetes und erhöhtem kardiovaskulären Risiko wurde die kardiovaskuläre Sicherheit von Orforglipron durch den Nachweis der Nichtunterlegenheit gegenüber Insulin Glargin hinsichtlich MACE-4 bestätigt. Gastrointestinale unerwünschte Ereignisse waren die häufigste Nebenwirkung und der häufigste Grund für den Abbruch der Behandlung mit Orforglipron, während klinisch signifikante Hypoglykämien unter Orforglipron seltener auftraten als unter Insulin Glargin. Diese Ergebnisse sprechen dafür, dass Orforglipron eine potenzielle Option für eine einmal täglich oral einzunehmende Therapie mit nachgewiesener kardiovaskulärer Sicherheit bei Menschen mit Typ-2-Diabetes und erhöhtem kardiovaskulären Risiko darstellt.

Finanzierung

Eli Lilly and Company.


r/de_diabetes • • 8d ago

[Umfrage] Interview Masterarbeit: Nutzt du ein Wearable bei Diabetes, Reha, Krebs- oder Herzerkrankung? 20€ Gutschein, 30-45 Min remote

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r/de_diabetes • • 8d ago

Diabetes-Forschung: Probiotikum hält Blutzucker bei Affen drei Tage stabil

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Chinesische Forscher haben ein Darmbakterium so umprogrammiert, dass es bei Diabetes Typ 2 den Blutzucker reguliert. Im Affenversuch hielt eine einzige Dosis den Wert drei Tage lang im Normbereich.

Für Menschen mit Diabetes Typ 2 ist es Alltag: Sie müssen stark auf die Ernährung achten, ihren Blutzuckerspiegel im Blick behalten und je nach Ausprägung oder wenn ein veränderter Lebensstil alleine nicht ausreicht, Medikamente einnehmen. Zu den Arzneimitteln, die bei der Stoffwechselerkrankung häufig verordnet werden, zählen die auch zur Gewichtsreduktion eingesetzten GLP-1-Rezeptoragonisten. Sie ahmen die Wirkung des körpereigenen Darmhormons Glucagon-like Peptide-1 (GLP-1) nach und fördern die Ausschüttung von Insulin aus der Bauchspeicheldrüse, wenn der Blutzuckerspiegel erhöht ist. Außerdem verlangsamen sie die Entleerung des Magens, was dazu führt, dass Glukose nicht so schnell ins Blut übergeht.

Forschende aus China haben nun aus gentechnisch veränderten probiotischen Bakterien ein Medikament entwickelt, das steigende Blutzuckerwerte erkennt und dann automatisch GLP-1 freisetzt, um den Blutzuckerspiegel zu senken. In die Bakterien hat das Team einen molekularen Glukosensensor eingebaut, der von einem Protein gesteuert wird. Ihre Erkenntnisse veröffentlichten die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Shanghai Academy of Natural Sciences im Fachmagazin „Nature Sciences“.


r/de_diabetes • • 9d ago

Wie beeinflusst der Menstruationszyklus die Insulinempfindlichkeit bei Frauen mit Diabetes Typ 1?

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diabinfo.de
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Der Menstruationszyklus kann bei Frauen mit Typ-1-Diabetes die Insulinempfindlichkeit, den Insulinbedarf und den Blutzuckerverlauf beeinflussen. Eine neue Studie zeigt zyklusabhängige Unterschiede: In der 2. Zyklushälfte war die Insulinempfindlichkeit geringer und der Insulinbedarf höher als zu Beginn des Zyklus. Auch die Kohlenhydrataufnahme und die Blutzuckereinstellung unterschieden sich je nach Zyklusphase. Automatisierte Insulinabgabesysteme (AID-Systeme) konnten diese Veränderungen nicht vollständig ausgleichen.

 

Menstruationszyklus und Insulinempfindlichkeit bei Diabetes Typ 1

Vereinfacht lässt sich der Menstruationszyklus in 2 Abschnitte einteilen: Die sogenannte Follikelphase beginnt mit dem 1. Tag der Menstruation und endet mit dem Eisprung. Die 2. Zyklushälfte wird als Lutealphase bezeichnet und reicht vom Eisprung bis zur nächsten Menstruation. 

Die Insulinempfindlichkeit, auch Insulinsensitivität genannt, beschreibt, wie empfindlich der Körper auf Insulin reagiert. Frühere Studien deuten auf zyklusabhängige Veränderungen hin. Wie sich der Menstruationszyklus auf die Blutzuckerregulation und den Insulinbedarf bei Frauen mit Typ-1-Diabetes auswirkt, ist jedoch noch nicht vollständig erforscht.

AID-Systeme (engl.: Automated Insulin Delivery) verbinden eine kontinuierliche Glukosemessung (CGM, engl.: Continuous Glucose Monitoring), mit einer Insulinpumpe. Ein Algorithmus passt die Insulinabgabe automatisch an die gemessenen Zuckerwerte an. Doch nicht alle Faktoren, die den Insulinbedarf beeinflussen, werden von den Systemen berücksichtigt. Dazu können auch zyklusabhängige Veränderungen gehören.

 

Beobachtungsstudie mit Daten aus 380 Menstruationszyklen

Ein internationales Forschungsteam wertete die Daten von 77 Frauen mit Typ-1-Diabetes aus den USA aus. Das mittlere Alter lag bei 35,1 Jahren. Alle nutzten ein AID-System und gaben an, einen regelmäßigen Menstruationszyklus zu haben. Insgesamt wurden 380 Zyklen analysiert. 

Erfasst wurden CGM-Daten sowie Daten zur Insulinabgabe, zur Kohlenhydrataufnahme und zum Menstruationszyklus. Die Insulinsensitivität wurde mithilfe eines mathematischen Modells aus diesen Daten geschätzt.

 

In der 2. Zyklushälfte sank die Insulinsensitivität

Die Auswertung zeigte ein zyklusabhängiges Muster: Die berechnete Insulinsensitivität war in der frühen Follikelphase am höchsten und in der mittleren Lutealphase am niedrigsten. In der 2. Zyklushälfte waren sowohl der Insulinbedarf als auch die Kohlenhydrataufnahme höher als zu Beginn des Zyklus.

Trotz der höheren Insulinabgabe lagen die durchschnittlichen Blutzuckerwerte in der 2. Zyklushälfte etwas höher und die Teilnehmerinnen verbrachten weniger Zeit im Zielbereich von 70 bis 180 mg/dl (3,9 bis 10,0 mmol/l). Die AID-Systeme konnten die zyklusabhängigen Veränderungen des Insulinbedarfs nicht vollständig ausgleichen. Wie stark diese ausgeprägt waren, unterschied sich deutlich von Frau zu Frau.

 

Ergebnisse nur eingeschränkt übertragbar

Die Ergebnisse sprechen für zyklusabhängige Veränderungen der Insulinsensitivität, des Insulinbedarfs und der Blutzuckerregulation bei Frauen mit Typ-1-Diabetes. Daraus lassen sich jedoch keine allgemeinen Empfehlungen zur Anpassung der Insulindosis ableiten.

Zu berücksichtigen ist, dass es sich um eine Beobachtungsstudie handelt. Daher sind keine eindeutigen Aussagen zur Ursache und Wirkung möglich. Zudem wurden die Zyklusdaten von den Teilnehmerinnen selbst dokumentiert, der Eisprung teilweise rechnerisch geschätzt und mögliche Einflussfaktoren wie Bewegung, Stress, Schlaf oder Erkrankungen nicht vollständig erfasst.

Weitere Forschung ist nötig, um zu klären, wie zyklusabhängige Veränderungen künftig besser bei der Diabetes-Behandlung und bei der Weiterentwicklung von AID-Systemen berücksichtigt werden können.

 

Quelle:

Hossmann, S. et al.: Effects on Menstrual Cycle on Insulin Sensitivity in Type 1 Diabetes: An Observational Study of Individuals Using an Automated Insulin Delivery System. In: Diabetes Care, 2026, 49: 1673-1689


r/de_diabetes • • 14d ago

Nein: Nikotin ist nicht nötig für Insulin

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mimikama.org
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Ein virales Facebook‑Video behauptet, Betazellen bräuchten Nikotin zur Insulinfreisetzung. Experten weisen diese Behauptung zurück – Nikotin kann Insulinwirkung sogar stören.


r/de_diabetes • • 23d ago

Fachgesellschaften fordern verbindliche Qualitätsstandards für kontinuierliche Glukosemesssysteme

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Kontinuierliche Glukosemesssysteme sind aus der modernen Diabetestherapie nicht mehr wegzudenken. Fachgesellschaften sehen jedoch Defizite bei den europäischen Qualitätsanforderungen und fordern verbindliche Mindeststandards für Messgenauigkeit und Leistungsbewertung.

CGM-Systeme gewinnen für die Diabetesversorgung zunehmend an Bedeutung

Die kontinuierliche Glukosemessung (engl. Continuous Glucose Monitoring, CGM) hat die Behandlung des Diabetes mellitus in den vergangenen Jahren grundlegend verändert. CGM-Systeme ermöglichen eine nahezu kontinuierliche Erfassung der Glukosewerte, liefern Informationen über Glukosetrends und unterstützen sowohl die Anpassung der Insulintherapie als auch den Einsatz automatisierter Insulinabgabesysteme (Automated Insulin Delivery, AID). Darüber hinaus bilden Kennzahlen wie die Time in Range (TIR) oder der Glucose Management Indicator (GMI) heute wichtige Parameter zur Beurteilung der Stoffwechseleinstellung.

Mit der wachsenden Bedeutung dieser Technologien steigen jedoch auch die Anforderungen an deren Zuverlässigkeit. Vor diesem Hintergrund fordern die Deutsche Diabetes Gesellschaft (DDG), der Bundesverband Niedergelassener Diabetologen (BVND), der Bundesverband Klinischer Diabetes-Einrichtungen (BVKD) sowie die Deutsche Gesellschaft für Klinische Chemie und Laboratoriumsmedizin (DGKL) europaweit verbindliche Mindeststandards für die Qualität und Leistungsbewertung von CGM-Systemen.

Fachgesellschaften sehen regulatorische Lücke bei der Bewertung von CGM-Systemen

Nach Einschätzung der beteiligten Fachgesellschaften stellt die derzeitige europäische Medizinprodukteverordnung zwar grundlegende Anforderungen an die Sicherheit von Medizinprodukten, definiert jedoch keine spezifischen Kriterien für die Bewertung von CGM-Systemen. Es fehle insbesondere an verbindlichen Vorgaben, wie Messgüte, Trendgenauigkeit oder mögliche Interferenzen bewertet und dokumentiert werden müssen.

Nach Ansicht der Fachgesellschaften erschwere dies sowohl den Vergleich zwischen verschiedenen Systemen als auch deren Bewertung im klinischen Alltag. Die CE-Kennzeichnung allein garantiere daher keine standardisierte Beurteilung der Leistungsfähigkeit unterschiedlicher CGM-Systeme.

Dr. med. Guido Freckmann, Vorstandsmitglied der DDG-Arbeitsgemeinschaft Diabetes & Technologie, betont:

„CGM-Systeme sind keine reinen Komfortprodukte, sondern sicherheitsrelevante Medizinprodukte. Ihre Werte beeinflussen Therapieziele, Insulindosierungen und zunehmend auch automatisierte Systeme. Deshalb brauchen wir transparente und vergleichbare Anforderungen an Messqualität und Methodik.“

Vergleichsstudie zeigt Unterschiede bei therapierelevanten Kennzahlen

Wie relevant einheitliche Qualitätskriterien sein könnten, verdeutlicht nach Angaben der Fachgesellschaften eine aktuelle Vergleichsstudie von Freckmann und Mitarbeitenden. Darin wurden drei moderne CGM-Systeme bei denselben Erwachsenen mit Typ-1-Diabetes untersucht.

Obwohl die Stoffwechselsituation der Teilnehmenden unverändert blieb, unterschieden sich je nach verwendetem System mehrere klinisch relevante Messgrößen. Betroffen waren unter anderem:

  • die Zeit im Zielbereich (Time in Range), 
  • die Dauer von Hypo- und Hyperglykämien sowie 
  • der Glucose Management Indicator (GMI). 

Nach Einschätzung der Autoren können solche Unterschiede Auswirkungen auf therapeutische Entscheidungen haben und die Interpretation des Krankheitsverlaufs erschweren.

Freckmann fasst die Problematik zusammen:

„Gleicher Mensch, gleiche Stoffwechselsituation, aber je nach CGM-System können unterschiedliche Werte und Kennzahlen herauskommen.“

Auswirkungen auf ambulante und stationäre Versorgung

Aus Sicht der beteiligten Fachgesellschaften betrifft die Problematik nicht nur wissenschaftliche Vergleiche, sondern auch die tägliche Versorgung.

Dr. med. Tobias Wiesner, Vizepräsident der DDG und stellvertretender Vorsitzender des BVND, weist darauf hin, dass CGM-Daten häufig über längere Zeiträume zur Beurteilung des Therapieerfolgs genutzt werden. Änderten sich Kennzahlen nach einem Systemwechsel allein aufgrund unterschiedlicher Messgüte, könne dies die medizinische Einordnung erschweren und möglicherweise therapeutische Konsequenzen nach sich ziehen.

Auch in Kliniken spiele die kontinuierliche Glukosemessung mittlerweile eine zentrale Rolle bei Therapieplanung, Patientenschulung und Verlaufskontrolle. Professorin Dr. med. Susanne Reger-Tan sieht deshalb in transparenten Qualitätsstandards eine wichtige Voraussetzung, um CGM-Systeme verlässlich in stationäre Behandlungskonzepte zu integrieren und eine datenbasierte Diabetesversorgung weiterzuentwickeln.

Mindeststandards sollen Innovationen nicht behindern

Die beteiligten Organisationen betonen ausdrücklich, dass die meisten derzeit verfügbaren CGM-Systeme als sicher und leistungsfähig gelten. Ziel verbindlicher Mindeststandards sei daher nicht, Innovationen einzuschränken, sondern vergleichbare Rahmenbedingungen für Hersteller, Kostenträger und Versorgungseinrichtungen zu schaffen.

Eine verbindliche Norm soll nach Vorstellung des Bündnisses festlegen, welche klinischen Prüfungen und Leistungsnachweise für neue Systeme erforderlich sind. Dadurch könnten neue Produkte objektiver bewertet und ihre Ergebnisse besser miteinander verglichen werden.

FDA-Standard und IFCC-Empfehlungen als Orientierung

Als Vorbild verweisen die Fachgesellschaften auf das von der US-amerikanischen Food and Drug Administration eingeführte integrated Continuous Glucose Monitoring (iCGM)-Label. Dieses enthält verbindliche Anforderungen unter anderem an Punktgenauigkeit, Trendgenauigkeit und Interferenzprüfungen. Bis europaweit harmonisierte Vorgaben vorliegen, sprechen sich die Autoren dafür aus, Systeme zu bevorzugen, die die Anforderungen des iCGM- beziehungsweise des europäischen eCGM-Konzepts erfüllen.

Als wissenschaftliche Grundlage für eine zukünftige europäische Norm nennen die beteiligten Fachgesellschaften die aktuellen Empfehlungen der Arbeitsgruppe für kontinuierliche Glukosemessung der International Federation of Clinical Chemistry and Laboratory Medicine (IFCC). Diese beschreiben standardisierte Studienprozeduren und Akzeptanzkriterien zur Bewertung der Leistungsfähigkeit von CGM-Systemen und könnten nach Auffassung des Bündnisses als Basis einer zukünftigen ISO-Norm dienen.

Bis zur Einführung einer verbindlichen Norm fordern DDG, BVND, BVKD und DGKL, die IFCC-Empfehlungen bereits bei Marktzugang, Erstattung und Beschaffung von CGM-Systemen zu berücksichtigen.

Einheitliche Qualitätskriterien könnten die Patientensicherheit stärken

Die zunehmende Digitalisierung der Diabetestherapie erhöht die Anforderungen an die Zuverlässigkeit kontinuierlicher Glukosemesssysteme. Da CGM-Daten heute therapeutische Entscheidungen beeinflussen und zunehmend in automatisierte Insulinsysteme sowie digitale Versorgungskonzepte einfließen, gewinnen transparente und international vergleichbare Qualitätsstandards an Bedeutung.

Nach Auffassung der beteiligten Fachgesellschaften könnten verbindliche Mindestanforderungen dazu beitragen, die Vergleichbarkeit verschiedener Systeme zu verbessern, regulatorische Entscheidungen zu erleichtern und die Patientensicherheit weiter zu erhöhen. Ob und wann entsprechende europäische Standards oder eine ISO-Norm etabliert werden, bleibt abzuwarten. Die nun vorgelegten IFCC-Empfehlungen liefern dafür jedoch eine wissenschaftlich fundierte Grundlage und markieren einen wichtigen Schritt hin zu einer stärker standardisierten und datenbasierten Diabetesversorgung.

Autor: Steffen Manz


r/de_diabetes • • 26d ago

Schwangerschaftsdiabetes

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r/de_diabetes • • 26d ago

Insulin

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r/de_diabetes • • 28d ago

Bayer-Aktie im Aufwind: FDA erteilt Zulassung für Kerendia bei Typ-1-Diabetes

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Das Arzneimittel mit dem Wirkstoff Finerenon ist nach einer beschleunigten Prüfung durch die US-Gesundheitsbehörde FDA nun auch für die Behandlung einer chronischer Nierenerkrankung in Verbindung mit Typ-1-Diabetes zugelassen, wie der Pharma- und Agrarchemiekonzern mitteilte.

Es handele sich um die erste neue Behandlungsoption für diese Erkrankung in 30 Jahren in den USA, so Bayer. Ungefähr 30 Prozent der Menschen mit Typ‑1‑Diabetes entwickelten dort eine chronische Nierenerkrankung. Die USA sind das erste Land, in dem Bayer für sein neues Blockbuster-Medikament eine Zulassung für diese Indiskation erhält.

Der Wirkstoff, den Bayer überwiegend unter dem Namen Kerendia vermarktet, ist bereits in vielen Ländern für die Behandlung der chronischen Nierenerkrankung in Verbindung mit Typ-2-Diabetes bei Erwachsenen zugelassen und in einigen auch für bestimmte Formen der chronischen Herzinsuffizienz. Bayer traut dem Medikament Spitzenumsätze von mehr 3 Milliarden Euro pro Jahr zu.

Die Bayer-Aktie zieht im XETRA-Handel zeitweise um 0,80 Prozent auf 49,37 Euro an.


r/de_diabetes • • Sep 15 '26

Metformin und B12-Mangel: Kontrollen viel zu selten

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pta-forum.de
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Viele Menschen mit Typ-2-Diabetes nehmen Metformin ein, um gute Blutzuckerwerte zu bekommen. Das Medikament hat darüber hinaus weitere positive Wirkungen auf den Organismus. Eine negative ist der durch Metformin mögliche Vitamin-B12-Mangel. Eigentlich bekannt, wird trotzdem zu selten danach geschaut, so britische Wissenschaftler.

Für die im British Medical Journal Open (BMJ) veröffentlichte Studie von Ian Parsonage, School of Health Sciences, University of Bath, Bath, United Kingdom, und Kollegen hatten die Wissenschaftler eine Querschnittsumfrage unter Allgemeinärzten im Südwesten Englands initiiert. Die Mediziner behandelten Menschen mit Typ-2-Diabetes. Von den 124 Ärzten, die antworteten, kannte zwar mit 87 Prozent die Mehrheit den Zusammenhang zwischen einer Metformin-Langzeitanwendung und dem Mangel an Vitamin B12, allerdings maßen lediglich 39 Prozent einmal pro Jahr den Vitamin-B12-Spiegel bei ihren Patienten.

Und das, obwohl die Medicines and Healthcare products Regulatory Agency (MHRA) des Vereinigten Königreichs 2022 eine Warnung zum B12-Mangel unter Metformin an Ärzte herausgegeben und diese aufgefordert hatte, Menschen mit dem Risiko für einen Mangel zu monitoren. Allerdings fehlten Angaben zur Durchführung und Häufigkeit der B12-Bestimmung.

In Bezug auf diese Quelle hat auch die Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft (AkdÄ) 2022 in einer Drug Safety Mail das Problem benannt. In der »Nationalen Versorgungsleitlinie Typ-2-Diabetes« wird deshalb darauf hingewiesen, dass es nötig sein kann, den Vitamin-B12-Spiegel regelmäßig zu überwachen.

Inwieweit das in Deutschland geschieht, ist nicht untersucht. Die britische Studie, weitere Daten aus Europa und Analysen deutscher Fachgesellschaften weisen jedoch darauf hin, dass es damit womöglich auch anderswo Probleme geben könnte.

Die Autoren der Studie nennen als Gründe zum einen den schleichenden Prozess hin zu einem klinisch manifesten B12-Mangel. Es fällt also lange Zeit überhaupt nicht auf, wenn der Mensch immer weniger B12 im Körper hat. Und auch die Mangelsymptome sind derart, dass sie genauso gut vom Diabetes selbst oder von höherem Lebensalter herrühren könnten. Zum anderen fehle eine klare und brauchbare Anleitung für Ärzte. Deren Problembewusstsein sei also nicht etwa zu gering, sondern es fehle an der Anweisung dazu, die Theorie in die Praxis umzusetzen. Für PTA hierzulande kann das ein Wink sein, bei Menschen, die schon lange Metformin einnehmen, immer wieder darauf hinzuweisen, dass der Vitamin-B12-Spiegel getestet werden muss.


r/de_diabetes • • Sep 10 '26

Torsten Sträter über Diabetes: „Habe sofort aufgehört, Süßes zu essen“</titl

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morgenpost.de
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Torsten Sträter (59) ist einer, der mit der Sprache spielen kann. Er gilt als der „Meister des absurd-komischen Wortwitzes“. Von seinen vielen TV- und Bühnenauftritten wissen seine Fans nur zu gut, dass er ganz nebenbei auch der Meister des Abschweifens ist, wofür sie ihn seit Jahren begeistert feiern. Seine schönsten Geschichten übers Abschweifen und Dranbleiben hat der Mann mit der Mütze jetzt in seinem Buch „Mach mal das große Leselicht an“ (ab 27. August, Ullstein Verlag, 224 S.) gesammelt. Bei der Lektüre schwankt man zwischen Schmunzeln und Kreischen.

Die lustige Leichtigkeit der Szenen überdeckt die Tatsache, dass es um Sträter in diesem Jahr Grund zur Sorge gab: Der Comedian aus dem Ruhrgebiet hatte im April 2026 öffentlich gemacht, dass er an einem Tumor erkrankt ist und sich einer Behandlung unterzieht. Dann das Aufatmen, als er in seinem „1Live Comedy-Talk“ mit Felix Lobrecht sagte, er habe eine Chemotherapie gemacht und – typisch Sträter: „Glück gehabt, weil geile Ärzte“. Sein deutlicher Gewichtsverlust habe allerdings nichts damit zu tun, sondern mit einer anderen Diagnose: Sträter erfuhr, dass er auch noch an Diabetes Typ 2 erkrankt war. Für ihn Anlass genug, die geliebte Tüte mit Weingummi links liegen zu lassen. Im Interview spricht der gebürtige Dortmunder über das, was passiert, wenn man nichts Süßes mehr isst.

Brokat trägt auf. Aber Sie haben ja abgenommen. Allerdings aus Krankheitsgründen. Sie haben Diabetes Typ 2. Und mussten ihr Leben umstellen.

Geschickter Übergang, Respekt. Ja, ich habe nach der Diagnose sofort aufgehört, Süßes zu essen. Als ich erfuhr, was man durch Diabetes alles kriegen kann – wie vereiterten Fuß, Herzinfarkt oder Erkrankungen der Augen –, habe ich beschlossen, mich doch lieber gesund zu ernähren, und habe etwa 28 Kilo abgenommen. Das Gute: Der Diabetes ist unter Kontrolle.

Haben Sie denn so viel Süßes gegessen?

Wahnsinnig viel. 250 Gramm Weingummi war nix. Kuchen, Currywurst, man macht sich gar keine Vorstellung, wo überall Zucker drin ist, auch wenn es gar nicht danach aussieht. Ich esse jetzt wirklich gesund. Muss aber dabei aufpassen, dass ich genügend Kalorien zu mir nehme.

Klingt anstrengend. Was essen Sie denn so?

Hochkalorische Lebensmittel mit wenig Zucker. Morgens zum Beispiel einen Shake mit Avocado, Proteinpulver und selbst gemahlenem Müsli. Da hat man dann schon mal an die 1500 Kalorien zusammen. 

Nur gesund – schafft man das wirklich?

Nun, ich mach mir auch schon mal Frühlingsrollen aus der Tiefkühltruhe oder klopp mir sechs Fischstäbchen rein mit Kartoffelpüree. So ein richtig schönes Kindergericht. 

Sträter über Krebsdiagnose: „Definiere mich nicht darüber“

Das könnte dem Blutzuckerspiegel ja vielleicht nicht so gefallen. Wie checken Sie den denn überhaupt?

Ich habe so einen Sensor am Arm. Da weiß ich dann sofort Bescheid, ob ich mir noch ’ne Creme catalana gönnen kann.

Zu erfahren, an Diabetes erkrankt zu sein, war das eine. Sie mussten aber auch noch eine Krebsdiagnose verpacken. Was hat sich verändert durch die Erfahrung mit dem Krebs?

Ich habe im Grunde keinerlei Ängste mehr. Oder nur noch sehr, sehr wenige. Allerdings hab’ ich jetzt keine Lust mehr, über Krebs zu reden. Darüber definiere ich mich nicht.

Das Thema Depression hat Sie sehr lange begleitet. Sie sind seit 2028 auch Schirmherr der Deutschen Depressionsliga e. V. (DDL).

Nachdem mein Psychiater bei mir festgestellt hatte, dass ich unter ADS (Aufmerksamkeitsdefizit-Syndrom) leide, also buchstäblich leide, habe ich Medikamente bekommen. Die habe ich genommen und nehme sie immer noch. Und seitdem sind die Depressionen rückhaltlos verschwunden. Ich kann mich mit den Pillen besser fokussieren, aber es gibt auch einen Nachteil. Durch die Tabletten vergisst man manchmal, zu essen und zu trinken. Das ist halt bei mir gerade nicht so gut. 

Sie haben einiges hinter sich, aber wirken irgendwie abgeklärt.

Ich rege mich nicht mehr über alles auf.

Das ist gut.

Ja, aber auch nein. Manchmal wäre es vielleicht besser, sich aufzuregen.

Worüber zum Beispiel?

Ach, was weiß ich. Aber nur mal als Beispiel. Bei mir stehen Menschen auf meinem Parkplatz. Immer wieder. Ich sollte mich aufregen, vielleicht. Aber mein Auto passt da gar nicht drauf auf den Parkplatz. Wem wäre also geholfen. Außer, dass ich recht hätte.

Kann man als Witzemacher oder Comedian eigentlich auch romantisch sein?

Wie jetzt?

Ich meine, gibt es etwas, das Sie zu Tränen rührt?

Oh ja, ich versuche zwar immer, der sachliche Typ zu sein. Was so gut wie nie funktioniert, aber es gibt einem Sicherheit, also scheinbare. Aber im Herzen, tief drin, also ganz tief, nahezu unerreichbar tief, bin ich ein echter Romantiker.

Wobei können Sie weinen?

Bei „Schlaflos in Seattle“ weine ich. Zwei Tränen habe ich auch bei der „Odysee“ vergossen. Und eine halbe Träne beim letzten „Spiderman“. Und bei den Liedern der italienischen Sängerin Mina, die in Deutschland kaum einer kennt. In Italien ist sie eine Legende. Bei bestimmten Fotos kann ich weinen. Und auch bei bestimmten Düften.

Pommesduft?

Nein! Doch kein Pommesduft! Manchmal über ein gewisses Parfum oder einfach nur über den Geruch, den der Wind anweht oder der plötzlich durch die Tür kommt.

Sie werden am 4. September 60.

Ja, das stimmt. Ich werde 60, ich werde mir eine Hose anziehen. Und wenn mir jemand ein Stück Kuchen reicht, werde ich es auch essen. Aber ich habe keine Pläne, auf einem Umzugswagen durch mein kleines Dorf zu fahren.Wie stehen Sie zum Alter?

Man hat ja keine Alternative, außer, jung zu sterben. 

Viele sagen trotzdem: „Alter ist Mist.“

Ja, okay. Ich sah mit 28 Bombe aus. Hatte dichtes Haar. Und jetzt hab‘ ich Glatze.

Im Alter fällt manches schwerer. Bücken zum Beispiel.

Ich will mich gar nicht bücken müssen. Aber ich könnte es. Ich könnte mich bücken wie ein Weltmeister.


r/de_diabetes • • Sep 07 '26

Typ-1-Diabetes bei Kindern: Früher erkennen, besser behandeln ~ Der Springer Medizin Podcast

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podcast.de
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https://www.podcast.de/episode/706486230/typ-1-diabetes-bei-kindern-frueher-erkennen-besser-behandeln

Der Springer Medizin Podcast                                            ·                                                                                      

mit Prof. Dr. Olga Kordonouri, Pädiaterin und Diabetologin Typ-1-Diabetes lässt sich bislang nicht verhindern, aber früher erkennen. Prof. Dr. Olga Kordonouri spricht im Springer Medizin Podcast über die Chancen des Screenings, die Vermeidung von Ketoazidosen und neue Ansätze, den Krankheitsausbruch zu verzögern.


r/de_diabetes • • Sep 05 '26

Fahrt mit Unterzuckerung: Junge mit Typ-1-Diabetes darf nicht im Linienbus mitfahren

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ksta.de
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r/de_diabetes • • Sep 03 '26

Typ-2-Diabetes bei Jugendlichen nimmt zu: Besorgniserregender Trend auch in Deutschland

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mdr.de
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Typ-2-Diabetes wurde lange Zeit vor allem mit Menschen mittleren und höheren Alters in Verbindung gebracht. Doch dieses Bild verändert sich. Eine aktuelle Langzeitstudie aus den USA zeigt, dass die Zahl der Neuerkrankungen bei Kindern und Jugendlichen in den vergangenen zwei Jahrzehnten stark gestiegen ist. Die Entwicklung wirft auch die Frage auf, ob sich ein ähnlicher Trend in Deutschland beobachten lässt. Gerade für Mitteldeutschland wären die Folgen dramatisch, da die Zahl der Typ-2-Diabetes bereits heute deutlich über dem Bundesdurchschnitt liegen.


r/de_diabetes • • Sep 02 '26

Umziehen nach Deutschland mit Diabetes Typ 1

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r/de_diabetes • • Aug 31 '26

Kündigung in der Probezeit nach diabetischem Koma und nachfolgender Krankschreibung

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r/de_diabetes • • Aug 29 '26

Endlich im grünen Bereich

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r/de_diabetes • • Aug 27 '26

Universität Bielefeld sucht Jugendliche mit Typ-1-Diabetes und und deren Eltern

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Liebe Community,

im Rahmen der Diabetesforschung der Abteilung Entwicklungspsychologie und Entwicklungspsychopathologie sowie Pädagogische Psychologie (der Universität Bielefeld) führen wir eine Studie zur Untersuchung der Zusammenhänge von täglichen Schwankungen des Blutzuckerspiegels bei Jugendlichen mit Typ-1-Diabetes (T1D) und psychischem Wohlbefinden unter Berücksichtigung verschiedener individueller Variablen (z.B. körperliche Aktivität, Schlaf, allgemeines Wohlbefinden) und Situations- und Umgebungsbedingungen sowie der Eltern-Kind-Interaktion durch.

Die Studie besteht aus einem längeren Online-Fragebogen sowohl für Jugendliche als auch ihre Erziehungsberechtigten. Zudem werden über 15 Tage hinweg tägliche, app-basierte Kurzfragebögen (3-5 Minuten, 2 x täglich) über ein Smartphone durchgeführt. Die Jugendlichen tragen zusätzlich einen Bewegungssensor (am Tag und in der Nacht) während des 15-tägigen Studienzeitraums.

Wer darf an der Studie teilnehmen?

  • Jugendliche zwischen 13 und 15 Jahren mit Typ 1 Diabetes, die ein Gerät zur kontinuierlichen Glukosemessung  nutzen
  • eine Teilnahme umschließt die Bereitschaft der Jugendlichen und ihrer erziehungsberechtigten Personen, über 15 Tage regelhaft app-basierte Kurzfragebögen auszufüllen und die Daten der kontinuierlichen Glukosemessungen zu Verfügung zu stellen
  • Teilnehmende sollten über ausreichende Deutschkenntnisse verfügen, um die Fragebögen und Instruktionen gut verstehen zu können

Warum sollten Sie an der Studie teilnehmen?

  • Teilnehmende tragen dazu bei, den Zusammenhang physischer Parameter und des affektiven Wohlbefindens bei Jugendlichen mit Typ 1 Diabetes und ihren Eltern besser nachzuvollziehen und gezielte Präventionsmaßnahmen zur Verbesserung des psychischen und physischen Gesundheitszustandes abzuleiten
  • Alle Teilnehmer*innen erhalten abhängig vom zeitlichen Aufwand eine Belohnung in Form von einem Gutschein (max. 70 € für Jugendliche und 30 € für erziehungsberechtigte Personen)

Wie können Sie teilnehmen?

Wenn sie Interesse haben an der Studie teilzunehmen, melden Sie sich gerne mit Hilfe des Anmeldefragebogens an, indem Sie auf den nachfolgenden Link klicken :  utfragen.uni-bielefeld.de/index.php/268876?lang=de

Bei konkreten Nachfragen schreiben Sie uns bitte eine E-Mail oder rufen uns direkt an (Kontaktdaten siehe unten).

So erreichen Sie uns:
​​​​​​​Laura Schoneberg
[t1d-studie@uni-bielefeld.de](mailto:t1d-studie@uni-bielefeld.de) 


r/de_diabetes • • Aug 27 '26

Frage

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ok uhm ich weiß des wird vermutlich wenig bis gar keinen erfolg habe. aber ich wollte mal fragen ob jemand zufälling nen alten NovoNordisk echo pen plus hat, bzw eine kappe davon. die von meinem Pen hab ich im urlaub verloren. und werde die vermutlish ichmehr wieder bekommen. habe aber auch grade keine kohle oder so für ein neuen. also wenn jemand ein hat, und bereit wäre denn zu versenden. ICh bräuchte einen/bzw. die Kappe. weil ich lass aktuel die nadel einfach drauf für die 24 stunden, was ein erhäblich risiko für infektionen ist.

Danke.

Noah.


r/de_diabetes • • Aug 24 '26

Bei meiner Mutter wurde gerade Typ-2-Diabetes diagnostiziert – was hättet Ihr gerne gleich zu Beginn gewusst?

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Bei meiner Mutter wurde kürzlich Typ-2-Diabetes diagnostiziert, und ich versuche, so viel wie möglich darüber zu lernen, damit ich verstehen kann, womit sie zu kämpfen hat, und sie angemessen unterstützen kann.

Bis jetzt wusste ich ehrlich gesagt nur sehr wenig über Diabetes, abgesehen von den Grundlagen. Ich habe mich über Insulinresistenz, HbA1c, Blutzucker, Ernährung, Bewegung, Medikamente usw. informiert, aber es gibt so viele Informationen auf einmal zu verarbeiten.

Ich würde mich sehr über Erfahrungsberichte von Menschen freuen, die selbst mit Typ-2-Diabetes leben oder enge Familienangehörige haben, die davon betroffen sind.

Was hättet ihr gerne gewusst, als ihr die Diagnose erhalten habt?

Dinge, die mich besonders interessieren:

- Welche Veränderungen haben tatsächlich den größten Einfluss auf euren Blutzucker/HbA1c gehabt?

- Welche Lebensmittel haben euren Blutzucker stärker oder schwächer beeinflusst, als ihr erwartet hattet?

- Wie wichtig ist Bewegung, und was hat bei Euch am besten funktioniert?

- Was sollten wir über Medikamente wie Metformin wissen?

- Gibt es Symptome, Komplikationen oder Warnzeichen, die leicht zu übersehen sind? z.B. bei Hyperglykämie oder Hypoglykämie

- Was können Familienmitglieder tun, das wirklich hilfreich ist, ohne dabei nervig zu werden oder ständig Kommentare zum Essen abzugeben?

- Gibt es etwas, das Ärzte am Anfang oft nicht besonders gut erklären?

Ich suche keine medizinische Beratung, die ihre Ärzte ersetzen sollen.

Ich versuche vor allem, die praktischen, alltäglichen Aspekte des Lebens mit Typ-2-Diabetes zu verstehen


r/de_diabetes • • Aug 21 '26

Gesundheit: E-Zigaretten könnten Prädiabetes fördern

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science.orf.at
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Benutzer von E-Zigaretten könnten einem deutlich höheren Risiko unterliegen, Anzeichen von Prädiabetes, der Vorstufe der Zuckerkrankheit, zu zeigen. Darauf deutet eine neue Analyse der dazu vorliegenden wissenschaftlichen Literatur hin.

„Der Konsum von E-Zigaretten hat weltweit rasant zugenommen, doch die Folgen für die Stoffwechselgesundheit, insbesondere für den Blutzuckerspiegel, sind weiterhin unzureichend erforscht“, schrieben der Epidemiologe Yusuff A’debayo Adebisi von der Universität Glasgow und sein Team vor Kurzem in der Zeitschrift „Internal and Emergency Medicine“. Zu ihm gehörte auch der Grazer Sportphysiologe Othmar Moser.

34 Prozent höheres Risiko

Die Forscher und Forscherinnen werteten die Daten aus den vorhandenen wissenschaftlichen Publikationen aus. Dabei kamen sie auf Informationen von insgesamt 2,8 Millionen Menschen.

Prädiabetes

Unter Prädiabetes versteht man Vorstadien der Zuckerkrankheit mit u.a. erhöhtem Nüchtern- und Langzeitblutzuckerspiegel sowie Insulinresistenz. Sie können schon jahrelang vor dem Ausbruch von Diabetes bestehen und bereits zu Komplikationen führen.

Die Hauptergebnisse: Verwendeten Personen ausschließlich E-Zigaretten, stieg das Risiko für Prädiabetes im Vergleich zu Nichtanwendern um 34 Prozent. Kombinierter Zigaretten- und E-Zigarettenkonsum erhöhte die Wahrscheinlichkeit für die Vorstufe einer Zuckerkrankheit um 26 Prozent. Auch wenn die Personen die E-Zigaretten beiseitegelegt hatten, blieb ein um 13 Prozent erhöhtes Risiko übrig.

Interessanterweise war nur bei den Benutzerinnen und Benutzern von herkömmlichen Zigaretten und E-Zigaretten das Diabetesrisiko statistisch signifikant höher. Sonst zeigten sich keine signifikanten Unterschiede.

Mehr Insulinresistenz

Bei der Insulinresistenz – dem geringeren Ansprechen auf die körpereigene Insulinproduktion und wichtigem Bestandteil von Prädiabetes – schnitten die Benutzerinnen und Benutzer von E-Zigaretten schlechter ab (plus 37 Prozent).

Laut den Fachleuten sollten groß angelegte Studien über längere Beobachtungszeiten erfolgen, um die Fragen eines spezifischen Zusammenhangs zwischen E-Zigaretten und Diabetes besser zu klären. Erst dann könnte man genauere Aussagen treffen.


r/de_diabetes • • Aug 17 '26

Datenbank für Diabetiker Restaurants

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Hallo zusammen,

ich weiß das es zB für Veganer eine App gibt die auf eine Datenbank zugreift. Gibt es so etwas auch für Diabetiker ? Oder wenn nicht als App dann als Datenbank irgendwo im Internet ?
Es wäre cool Info zu bekommen wie etwa:
Ah in dem Restaurant wird in Soßen auf Zucker verzichtet.
Da bekomme ich einen zuckerfreien Nachtisch.
Die Bäckerrei hat Kuchen der mit Zuckerersatz gebacken wird.
In der Eisdiele bekomme ich Eis für Diabetiker geeignet.

Würde halt so vieles soviel einfacher machen. Kennt jemand so eine Datenbank ?

LG
Curry


r/de_diabetes • • Aug 15 '26

Antidiabetika-Vergleich: Haarverlust wahrscheinlicher unter GLP-1-Agonisten

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pharmazeutische-zeitung.de
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Forschende haben anhand Zehntausender Patientendatensätze untersucht, ob das Alopezie-Risiko unter GLP-1-Rezeptoragonisten größer ist als bei anderen Antidiabetika. Zwar ist das absolute Risiko gering, trotzdem sollte diese potenzielle Nebenwirkung bei einer informierten Therapieentscheidung berücksichtigt werden.

Immer mal wieder erhalten die Arzneimittelbehörden wieder Berichte zu Haarverlust (Alopezie) als potenzielle Nebenwirkung einer Behandlung mit GLP-1-Rezeptoragonisten (GLP-1-RA). Insbesondere die häufig angewendeten Wirkstoffe Semaglutid und Tirzepatid sind betroffen. Forschende der University of Pennsylvania, USA, haben nun anhand elektronischer Patientenakten von Menschen mit Typ-2-Diabetes ermittelt, wie groß das Risiko gegenüber anderen Antidiabetika ist.


r/de_diabetes • • Aug 15 '26

Unerkannter Typ-1-Diabetes führte bei Zehnjähriger zum Tod

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medical-tribune.de
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Ein unerkannter Typ-1-Diabetes endete für ein zehnjähriges Mädchen tödlich: Rechtsmediziner fanden Hinweise auf Ketoazidose, hyperglykämisches Koma und Aspiration. Der Fall zeigt, wie leicht Warnzeichen übersehen werden können.

Wenn ein Kind bis zum vollendeten 14. Lebensjahr ohne bekannte Vorerkrankung stirbt, ist in Niedersachsen immer die Polizei zu informieren. In der Regel erfolgt dann eine gerichtliche Obduktion, schreiben Dr. Vanessa Preuss, Institut für Rechtsmedizin, Medizinische Hochschule Hannover, Außenstelle Oldenburg, und ihre Kolleginnen und Kollegen. Der größte Teil der kindlichen Todesfälle ereignet sich im ersten Lebensjahr. Bei Schulkindern vor der Pubertät kommen sie selten vor und wenn, dann sind sie Folge einer bekannten Erkrankung. In der im Folgenden beschriebenen Kasuistik war dies nicht der Fall, so dass eine Obduktion stattfand.

Das zehnjährige Mädchen hatte zwei Tage vor seinem Tod über Übelkeit und leichten Durchfall geklagt. Am Abend des zweiten Tages hatte das Kind die Nahrungsaufnahme verweigert und lediglich trinken wollen. Weitere Familienmitglieder waren nicht erkrankt. Am nächsten Morgen war sie tot. Bei der Obduktion fanden die Rechtsmediziner und Rechtsmedizinerinnen braunes Sekret an Mund und Nase, das auch in die Atemwege bis in den Bronchialbaum beider Lungen eingedrungen war. Sie deuteten es als tiefe Aspiration von Erbrochenem. Das Mädchen war mit 26 kg bei einer Körpergröße von 137 cm untergewichtig, blass und wies halonierte Augen auf.  Die Wohnsituation hatte die Polizei als desolat beschrieben, d. h. „unaufgeräumt, verschmutzt und vollgequalmt“.

Wie kam es zum plötzlichen Tod des zehnjährigen Mädchens?

Als Ursache der Aspiration hielten die Ärztinnen und Ärzte den Einfluss von Medikamenten, Drogen, Giften oder Alkohol sowie eine Stoffwechselentgleisung für möglich. Für Letzteres sprach der hochpositive Nachweis von Glukose und Ketonkörpern im Urin. Ergänzend dazu errechnete man aus den Werten im Liquor einen Blutzuckersummenwert nach Traub von 785 mg/dl. Das im Herzblut gemessene HbA1c lag bei über 15 % – ein Zeichen für einen über längere Zeit erhöhten Blutzuckerspiegel. Damit stand die Verdachtsdiagnose: Typ-1-Diabetes mit Ketoazidose und hyperglykämischem Koma. Dazu passte auch die histologische Untersuchung des Pankreas und der Nieren.

Warnzeichen erkennen, Diabetes früher diagnostizieren

Aufgrund der desolaten Wohnverhältnisse könnte man vermuten, dass das Mädchen nicht optimal gesundheitlich versorgt oder sogar vernachlässigt wurde. Daher hatte die Polizei das Jugendamt eingeschaltet. Das Ermittlungsverfahren wurde eingestellt. Da Typ-1-Diabetes familiär gehäuft vorkommt, muss der vierjährige Bruder entsprechend getestet werden, schreibt das Autorenteam. Um einen Diabetes frühzeitig zu erkennen und einen solchen fatalen Verlauf zu verhindern, seien Screeningverfahren und Aufklärungskampagnen essenziell. In Deutschland findet beides statt. Dennoch fehlt es manchmal am Verständnis für die Erkrankung. Im beschriebenen Fall war den Eltern und Lehrkräften aufgefallen, dass das Mädchen in letzter Zeit sehr viel getrunken hatte, was aber niemanden beunruhigte.

Preuss V et al. Rechtsmedizin 2026; doi: 10.1007/s00194-026-00843-2


r/de_diabetes • • Aug 10 '26

Diabetes zum Anfassen

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dzd-ev.de
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Wie funktioniert unser Stoffwechsel? Welche Rolle spielt Insulin? Und wie sieht der Alltag mit Diabetes aus? Antworten auf diese und viele weitere Fragen bot kürzlich die Ausstellung „Diabetes im Fokus“ im Deutschen Museum in München. Konzipiert und umgesetzt wurde sie maßgeblich von Doktorand:innen der International Helmholtz Research School for Diabetes des DZD-Partners Helmholtz Munich– mit dem Ziel, komplexe Forschung verständlich, anschaulich und interaktiv zu vermitteln.

Die Ausstellung richtete sich an alle Altersgruppen und setzte auf ein abwechslungsreiches Mitmach-Konzept: Drei Themenstationen sowie eine separate Diabetes-Simulation ermöglichten es, sich dem Thema auf spielerische und zugleich wissenschaftlich fundierte Weise zu nähern. So wurde Diabetesforschung unmittelbar erlebbar – für Kinder, Jugendliche und Erwachsene gleichermaßen.

Vom Organ zur Zelle: Einblicke in den Stoffwechsel

Im Mittelpunkt der ersten Station standen die Stoffwechselorgane, insbesondere die Bauchspeicheldrüse. Mithilfe anschaulicher Zell- und Organmodelle, einer Knetstation, eines menschlichen Körpermodells sowie der interaktiven Aktivität „Build a Pancreas“ konnten die Besuchenden selbst aktiv werden. Dabei lernten sie die Funktionen verschiedener Zelltypen kennen und erhielten ein besseres Verständnis dafür, wie zentrale Organe im Stoffwechsel zusammenspielen.

Blutzucker im Gleichgewicht: Diabetes verstehen

Die zweite Station widmete sich den verschiedenen Diabetesformen und der Regulation des Blutzuckerspiegels. Besonders großes Interesse weckte ein Experiment zur Blutzuckerregulation: Kinder konnten in Laborkitteln selbst in die Rolle von Forschenden schlüpfen. Mithilfe farbiger Lösungen wurde anschaulich gezeigt, wie der Körper den Blutzuckerspiegel konstant hält und welche entscheidende Rolle das Hormon Insulin dabei spielt.

Ergänzt wurde das Angebot durch altersgerechte Lernspiele wie Memory- oder Bondolino-Varianten, die Wissen rund um Diabetes und Stoffwechsel vermitteln. Darüber hinaus konnten die Besucherinnen und Besucher originale Materialien aus dem Alltag eines Menschen mit Typ-1-Diabetes kennenlernen – ein eindrücklicher Einblick in das tägliche Diabetesmanagement.

Prävention spielerisch entdecken

Die dritte Station stellte Umweltfaktoren, Ernährung und Prävention in den Fokus. Im Spiel „Sugar Detectives“ schätzten die Teilnehmenden den Zuckergehalt verschiedener Lebensmittel und überprüften ihre Einschätzungen. Ein magnetischer Verdauungstrakt veranschaulichte die einzelnen Schritte der Verdauung, während eine interaktive Ernährungspyramide dazu einlud, Lebensmittel richtig zuzuordnen und mehr über eine ausgewogene Ernährung zu erfahren.

Forschung im Dialog

Neben den interaktiven Stationen wurden aktuelle Themen der Diabetesforschung präsentiert – darunter Präzisionsmedizin, Stammzellforschung und Organoide. Poster und Mikroskopie-Präparate gaben Einblicke in moderne Forschungsansätze. Besonders wertvoll war für viele Gäste der direkte Austausch mit den Nachwuchswissenschaftler:innen, die ihre Arbeit erklärten und Fragen beantworteten.

Wissenschaft zum Mitmachen

Mit ihren vielfältigen Angeboten zeigte die Ausstellung eindrucksvoll, wie sich auch komplexe wissenschaftliche Inhalte verständlich und zugleich spannend vermitteln lassen. „Diabetes im Fokus“ machte deutlich, wie wichtig Forschung für das Verständnis und die Prävention von Diabetes ist – und wie viel Spaß es machen kann, Wissenschaft selbst zu entdecken.