(Wegwerfaccount bzw. privater Account, den niemand kennt)
Hab den Text nach dem Schreiben an ChatGPT gegeben, um (Rechtschreib-)Fehler zu korrigieren und
(EDIT) ihn etwas zu kürzen.
Ich (W22) bin mit meinem Freund (M30) seit etwas mehr als zwei Jahren zusammen. Am Anfang konnten wir beide wirklich unser Glück nicht glauben. Wir waren so unfassbar glücklich, einander gefunden zu haben, und es waren für uns beide die intensivsten Gefühle, die wir jemals gefühlt hatten. Perfekte Love Story.
Was mir schon immer sehr wichtig ist, sind Words of Affection. Sprich Komplimente, gesagt zu bekommen, was man am anderen schätzt, dass man einander liebt etc. So fühle ich mich am meisten geliebt. Ich habe ihm auch direkt am Anfang kommuniziert, dass diese „Kleinigkeiten“ für mich unglaublich wichtig sind und dass ich mir wünsche, dass diese nicht mit der Zeit abflachen. Für mich sind es eben diese kleinen Sachen, die einem den Alltag versüßen und die Romantik aufrechterhalten.
Am Anfang hat er mir jedes Mal, wenn er mich gesehen hat, direkt gesagt, wie wunderschön er mich findet. Immer ein „Wooow“ oder Ähnliches. Auf jedes Bild, das ich ihm geschickt oder in meiner Story gepostet habe, hat er mit Begeisterung reagiert und mich wirklich wie eine wunderschöne, begehrte Lady fühlen lassen.
Mittlerweile ist davon kaum noch etwas übrig. Auf meine Fotos oder Storys reagiert er schon lange nicht mehr und wenn wir uns sehen, habe ich oft das Gefühl, er bemerkt mein Erscheinungsbild nicht mal. Manchmal frage ich dann: „Findest du mich nicht hübsch?“ Und dann kommt ein „Doch“ oder „Ja, hab ich gemerkt, aber irgendwie nicht gesagt“.
Ich mache mich jedes Mal wieder hübsch, in der Hoffnung, dass er es diesmal vielleicht bemerkt und mir zeigt, dass er mich noch begehrt. Aber meistens werde ich enttäuscht. Klar, ganz selten kommen noch Komplimente von ihm, aber diese Momente sind einfach selten geworden.
Wenn ich anspreche, dass mir diese Zuneigung fehlt und er das früher doch auch gemacht hat, kommt meistens, dass er sich ja nicht verstellen kann. Er sei einfach nicht der Mensch, der ständig sagt, wie sehr er mich liebt oder wie schön er mich findet. Wenn ich dann sage: „Aber früher hast du das doch auch gemacht“, meint er: „Ja, dann hab ich mich wohl verändert.“
Jetzt kommt aber die andere Seite:
Mein Freund macht wirklich unglaublich viel für mich. Ich glaube, seine Love Language ist einfach Acts of Service. Er arbeitet Vollzeit, hat zusätzlich einen Minijob und verfolgt noch ein eigenes Ziel, mit dem er morgens und abends stundenlang beschäftigt ist. Er hat also wirklich sehr viel um die Ohren und setzt sich selbst auch unglaublich unter Druck.
Trotzdem findet er immer Zeit, Dinge für mich zu tun. Er repariert mir alles, hat seine Wohnung so umgestaltet, dass ich mich dort wohlfühle, und mir sogar einen eigenen Schminkbereich eingerichtet, ohne dass ich ihn darum gebeten habe. Er bezahlt gerne für mich und fährt mich auch mal nachts irgendwo abholen, selbst wenn er dafür drei Stunden fahren muss und am nächsten Tag früh arbeiten muss.
Also wirklich keine Selbstverständlichkeiten.
Und ich sehe das auch alles und schätze es unglaublich sehr. Ich weiß, dass er mich liebt, und ich glaube ihm auch, dass ich das Wichtigste für ihn bin.
Aber aus irgendeinem Grund steht diese verbale und körperliche Zuneigung bei mir einfach an erster Stelle. Dass er mir sagt, dass er mich liebt, wie hübsch er mich findet, mich von sich aus küsst oder in den Arm nimmt. Und wenn mir diese Sachen fehlen, dann fühle ich mich einfach nicht richtig geliebt, egal wie viel er sonst für mich macht.
Dadurch haben wir mittlerweile eine ziemlich schwierige Dynamik entwickelt.
Wenn ich diese Sachen anspreche, fühlt er sich unter Druck gesetzt. Er sagt, dass er so viel für mich macht und ich eine Art Strichliste darüber führe, was er macht und was nicht. Es ist auch schon öfter passiert, dass wir einen wunderschönen Tag miteinander hatten, an dem er sich richtig viel Mühe gegeben hat, und ich am Ende trotzdem irgendwas angesprochen habe, was mir gefehlt hat. Und ich kann verstehen, warum sich das für ihn unglaublich unfair anfühlt. Als wären alle anderen Sachen, die er gemacht hat, plötzlich nichts mehr wert.
Mittlerweile hat er dadurch wohl auch Angst, irgendwas falsch zu machen, weil ich dann wieder etwas bemängeln könnte. Und ich möchte wirklich nicht, dass er sich so fühlt. Ich spreche diese Sachen ja nicht an, um ihn zu stressen, sondern weil sie mir wirklich fehlen.
Wir sind auch in sehr unterschiedlichen Lebenssituationen. Ich studiere momentan eher auf Easy Mode und habe dementsprechend viel Zeit, mir Gedanken über unsere Beziehung zu machen. Er hingegen ist fast den ganzen Tag beschäftigt. Natürlich habe ich auch eigene Hobbys und Freunde, aber ich vermisse ihn und seine Zuneigung trotzdem.
Ein anderes Beispiel ist das Telefonieren. Wir haben uns mittlerweile seit über einer Woche nicht gesehen und er kommt nicht von selbst auf die Idee, mich mal anzurufen. Als ich das angesprochen habe, meinte er: „Ich bin halt nicht so der Telefonmensch, sorry Baby.“ Gleichzeitig telefoniert er aber regelmäßig mit seinen Freunden über Discord, was seiner Meinung nach etwas anderes ist.
Auch während meines Auslandssemesters hat er mich kein einziges Mal von sich aus angerufen. Er meinte damals, dass er, wenn wir telefonieren, lieber richtig lange mit mir sprechen möchte, was wegen der Zeitverschiebung schwierig war. Und ich denke mir dann halt: Lieber telefonierst du gar nicht mit mir, anstatt wenigstens mal kurz meine Stimme zu hören?
Ich weiß, dass er mich liebt, aber genau solche Sachen verstehe ich einfach nicht.
Mittlerweile sitze ich deswegen teilweise zu Hause und weine. Gleichzeitig möchte ich es nicht ständig wieder ansprechen, weil ich weiß, dass er sich dadurch unter Druck gesetzt fühlt. Er möchte unbedingt sein eigener Mensch bleiben und sich nicht vorschreiben lassen, wie er zu sein hat. Ich hingegen würde wirklich alles versuchen, wenn er mir sagen würde, dass ihm etwas in unserer Beziehung fehlt.
Ich frage mich mittlerweile, ob ich für ihn vielleicht einfach zu selbstverständlich geworden bin, weil ich fast immer erreichbar bin. Aber ich möchte auch keine Spielchen spielen oder mich absichtlich rar machen, damit er mir wieder mehr Aufmerksamkeit schenkt. Ich möchte doch einfach, dass diese Sachen von ihm selbst kommen.
Gleichzeitig hinterfrage ich mich auch selbst. Ich habe ein ziemlich konkretes Bild davon, wie mein perfekter Partner sein sollte, und ich glaube, dass ihn das unter Druck setzt. Manchmal frage ich mich sogar, ob ich, wenn ich all diese Zuneigung bekommen würde, die mir gerade so fehlt, nicht einfach etwas anderes finden würde, das mich stört.
Ich möchte wirklich nicht undankbar sein. Ich liebe an ihm, dass er so ein ernsthafter Mensch ist und so viel für mich tut. Aber ich weiß einfach nicht, wie wir aus dieser Dynamik wieder rauskommen sollen.
Ich frage mich, ob meine Erwartungen unrealistisch sind, ob ich an mir arbeiten muss oder ob wir einfach zu unterschiedliche Bedürfnisse haben. Vor allem denke ich mir: Wenn es jetzt schon so ist, wie wird es dann erst in zehn Jahren sein?
Ich bitte wirklich um Ratschläge, eure Gedanken und Perspektiven dazu. Ich möchte auch mein eigenes Verhalten reflektieren und verstehen, wie wir da wieder auf einen gemeinsamen Nenner kommen können.
TL;DR: Mein Freund und ich sind seit über zwei Jahren zusammen. Früher hat er mir unglaublich viel Zuneigung durch Komplimente und romantische Gesten gezeigt, mittlerweile kaum noch. Er macht aber weiterhin unglaublich viel für mich und zeigt seine Liebe vor allem durch Acts of Service. Trotzdem fühle ich mich oft nicht richtig geliebt. Wenn ich das anspreche, fühlt er sich unter Druck gesetzt. Ich weiß nicht, ob meine Erwartungen unrealistisch sind oder wie wir aus dieser Dynamik wieder rauskommen sollen.