Hallo Zusammen,
Im August 2025 habe ich mich an einen Steuerhilfeverein gewandt, um meine Einkommensteuererklärung für das Jahr 2024 erstellen zu lassen. Nachdem ich den Vertrag unterschrieben hatte, habe ich meine Unterlagen eingereicht.
Da ich einige Investmentfonds verkauft hatte, die ich in Spanien besaß, wurde mir mitgeteilt, dass dieser Teil der Steuererklärung von einem Steuerberater bearbeitet werden müsse. Dafür würden zusätzliche Kosten von etwa 200 € anfallen. Ich war damit einverstanden.
Zunächst machte der Steuerberater einen Fehler bei der Berechnung der Gewinne aus den Fonds. Die Gewinne wurden um 4.000 € zu hoch angesetzt. Da ich selbst eine Schätzung vorgenommen hatte, fragte ich nach und der Fehler wurde korrigiert.
Die Einkommensteuererklärung wurde im Oktober 2025 beim Finanzamt eingereicht. Im März 2026 erhielt ich den Steuerbescheid.
Da meine Erfahrungen mit dem Steuerhilfeverein nicht besonders gut waren, beschloss ich, meine Einkommensteuererklärung für 2025 selbst zu erstellen. Dabei habe ich im Juni 2026 erfahren, dass für Aktienfonds eine Teilfreistellung von 30 % gilt. Daraufhin stellte ich fest, dass diese Teilfreistellung in meiner Steuererklärung für 2024 vom Steuerberater nicht berücksichtigt worden war. Dadurch habe ich ungefähr 1.500 € mehr Steuern bezahlt, als ich eigentlich hätte zahlen müssen.
Ich schrieb dem Steuerhilfeverein, und Ende Juni stellte dieser einen Änderungsantrag beim Finanzamt. Der Antrag wurde abgelehnt. Daraufhin legte der Steuerhilfeverein im August Einspruch ein.
Ende August beantragte der Verein eine Fristverlängerung bis Ende September. In dieser Zeit bat man mich, die genaue Berechnung des Fehlers zu schicken. Das habe ich getan. Ende September wurde dann ein weiterer Antrag auf Änderung gestellt.
Ich habe inzwischen das Gefühl, dass der Steuerhilfeverein nur versucht, Zeit zu gewinnen, und langsam verliere ich die Geduld.
In meiner letzten E-Mail habe ich höflich darum gebeten, mir die Unterlagen zum neuen Änderungsantrag zu schicken. Außerdem habe ich dem Verein eine Frist von 14 Tagen gesetzt, um mir mitzuteilen, wie er weiter vorgehen wird, falls das Finanzamt den Antrag erneut ablehnt.
Bisher habe ich keine Antwort erhalten. Heute ist der letzte Tag der gesetzten Frist.
Wie sollte ich vorgehen, wenn der Steuerhilfeverein heute nicht antwortet? Kann ich auch die zusätzlichen 200 € zurückfordern, die ich für die Bearbeitung durch den Steuerberater bezahlt habe, oder kann ich nur die ungefähr 1.500 € geltend machen, die ich aufgrund der fehlerhaften Steuererklärung zu viel bezahlt habe?