So ich muss mal mein Frust los werden und brauche aber auch ein paar Tipps weil ich absolut 0 Ahnung habe wie ich damit umgehen soll.
Ich arbeite nun schon seit 8 Jahren als IT-Admin, die letzten Jahre vermehrt im Projektmanagement und war bis März ausschließlich in der privaten Wirtschaft tätig. Leider musste ich bei meinem alten Arbeitgeber gehen weil die eben wie überall gefühlt Stellen gekürzt haben und der Aufhebungsvertrag samt Abfindung doch sehr viel attraktiver war als zu bleiben.
Ich hab bisher immer in super entspannten Abteilungen gearbeitet. Das Arbeitsklima war wirklich toll und selbst wenn es mal gebrannt hat, hat man wie in einer Gemeinschaft zusammen gehalten und eine Lösung gefunden.
Nun habe ich für mich den Jackpot gefunden. Eine Stelle in der IT in meiner Stadt, 3km Fahrweg. Hab die Stelle mit E10 Stufe 4 bekommen. Das Aufgabenprofil ist auch super vielfältig und bin im Juli dann mit großer Freude in die neue Stelle gestartet.
Die ersten drei Tage waren ganz schön. Mir wurde die Abteilung gezeigt, dass Arbeitsumfeld, die Aufgaben für die ich zuständig bin. Halt so das klassische wenn man irgendwo neu Anfängt. Die Kolleginnen und Kollegen in der Abteilung sind auch super nett und sympathisch, zumindest die die nicht in meinem Team sind.
Nach und nach kamen dann auch die Leute aus meinem Team Stück für Stück aus den Urlaub. Die ersten beiden Kollegen waren auch anfangs echt nett. Einer der beiden geht im Februar frühzeitig in Rente und ich soll auch sein Aufgabenfeld mit übernehmen. Da ich in dem Bereich nie wirklich Berührungspunkte hatte hat man mir auch zugesichert das ich durch Schulungen und guter Einarbeitung schnell selbstständig arbeiten kann.
Aber schon dort habe ich gemerkt das in dem Team massive Spannungen und Frustration herrschen. Irgendwann nach ein paar Tagen haben die beiden angefangen über ein Kollegen zu lästern das ich vor dem aufpassen soll weil er unzuverlässig ist und so weiter. Sowas ist für mich eigentlich ein absolutes No-Go. Wie geht man mit sowas um? Ich hab mehrfach gesagt das ich mir darüber mein eigenes Bild machen werde. Das kam gar nicht gut an. Aber mal ehrlich wie asozial ist das mich gleich in den ersten beiden Wochen in Teamkonflikte mit rein zu ziehen?
Ich hatte in der zweiten Woche gleich eine Schulung für ein Programm zu dem ich nicht mal Zugriff hatte. Ich wurde bombardiert mit Infos und Abläufen. In der 3. Woche war dieser Kollege der mir alles beibringen sollte krank. Also habe ich als Aufgabe bekommen den First und Second Level Support zu schmeißen. Ich hatte bis dahin aber kaum Infos wie die Infrastruktur läuft, was ich beachten soll und und und. Dementsprechend bin ich immer wieder zu meiner Teamleiterin gelaufen und habe gefragt wie ich dies das und jenes mache. Das waren aber keine Fragen im Sinne von wie tausche ich eine Maus aus sondern was wird inventarisiert, an wen muss ich das melden? Was muss ich melden, dokumentieren? Ich wurde bis dahin kaum eingearbeitet.
Mit der Zeit habe ich mich mit den kryptischen Dokumentationen auseinandergesetzt, irgendwie ein Weg gefunden den Support etwas zu meistern und habe sogar 2 Kernprobleme welche die Abteilung seit Monaten beschäftigen gelöst. Ich war da schon etwas stolz auf mich. Vor allem war ich anfangs echt verzweifelt.
Mit der Zeit kamen dann alle Stück für Stück wieder und das Team war vollzählig. Nun habe ich gemerkt das einer ständig mich meidet. Er grüßt morgens alle nur mich nicht, er ignoriert mich und bei Fragen kamen immer komische Antworten. Ich hab das Gespräch gesucht weil ich diese Person zum ersten Mal in meinem Leben gesehen habe und nicht wusste was das Problem war. Über Umwege habe ich dann erfahren das der sich auf meine Stelle beworben hatte aber statt ihm habe ich sie bekommen. Toll.
Da nun auch der Kollege der mich in seinen Fachbereich einlernen sollte wieder da war ging es dann langsam auch los. Ich hab mich auch privat in das Thema eingelesen und eigentlich müsste ich für diesen Fachbereich 3 Schulungen machen die jeweils 3-5 Tage gehen. Er hat sie gemacht aber er ist der Meinung das sie ja eigentlich gar nicht nötig sind deswegen brauche ich sie nicht. Also bin ich auf sein Wissen und das was er mir weiter geben möchte angewiesen. Toll.
Nach nur 8 Wochen war ich so frustriert weil die Einarbeitung so schlecht und Lückenhaft war. Klar hatte ich auch schon zwei Gespräche mit meiner Teamleiterin und meinem Abteilungsleiter. Nur dort blockt man völlig ab und verlässt sich auf die Einschätzung des Kollegens das dafür keine Schulungen etc. Nötig sind und ich könne ja nach der Arbeit über das Internet mich weiter bilden. Ich habe auch die Konflikte angesprochen innerhalb des Teams und das ich das nicht in Ordnung finde das ich da mit rein gezogen werde.
Nun sitze ich seit Juli da und bin völlig verunsichert. Einerseits habe ich bis heute keine Ahnung wie ich mich in den Fachbereich einarbeiten soll denn der Kollege wirft mir ständig kleine Häppchen zu und lässt mich auch immer wieder ins offene Messer laufen bei Problemen die ich dann selber lösen muss obwohl er ganz genau weiß wie man sie löst.
Auf der anderen Seite wurde ich direkt am Anfang in Konflikte im Team mit rein gezogen und spüre fast täglich die Spannungen und unzufriedenheit im Team. Ich frag mich halt wie das ganze weiter gehen soll? Für mich ist das halt ultra unangenehm. Ich komme mit jedem in der Abteilung super klar. Aber im eigenen Team arbeitet gefühlt jeder gegen jeden und jedes kleine Problem wird zu einem Tsunami hoch geschaukelt.
Wie gehe ich damit um? Habt ihr da Tipps?